Let’s talk about Sex! Wie sag ich’s meinem Kinde?

von Helga Thauer
Foto: iStock/MStudioImages

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da merkt man als Mutter, dass aus der süßen Prinzessin von einst ein ausprobierfreudiger Teenager geworden ist. Es werden Grenzen getestet, wie zuletzt in der Kleinkindphase. Nur die Themen haben sich verändert: statt um Schokoriegel, Spinat essen und selber laufen, geht es jetzt um Ausgehzeiten, den ersten Schwips und – es liegt in der Natur der Dinge – um die große Liebe. Sind dabei Jungs im Spiel, steht spätestens zu diesem Zeitpunkt das Thema Verhütung im Raum. Großmutter möchten wir ungern werden, wenn die Tochter selbst gerade erst die Puppensammlung auf dem Dachboden verstaut hat. Wann ist also der richtige Zeitpunkt für das aufregende, erste Mal? Laut Statista hatte immerhin die Hälfte der 16-Jähringen schon einmal Sex. Bei den 15-Jährigen sind es knapp ein Drittel. Mit 14 hat etwa jedes fünfte Mädchen das erste Mal (hoffentlich) genossen. Mit 12 Jahren sind es nur 1%. Richtig oder falsch? Dazu kann es keine Empfehlung geben. Lisa hat sich in ihrem „Liebestoll-Blog“ über dieses Thema Gedanken gemacht. Vielleicht möchtet Ihr mal reinlesen.

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Sexualität ist kein Tabuthema

Ganz unabhängig vom ersten Mal, sollten Sexualität oder Intimgesundheit in Familien kein Tabuthema sein. Schließlich handelt es sich dabei nicht um etwas Unanständiges, das man verheimlichen müsste. Wichtig ist nur der passende und altersgerechte Umgang damit. Hier den richtigen Ton zu treffen, ist gerade in der Pubertät eine Herausforderung. Geht bitte nicht davon aus, dass Eure Tochter schon alles weiß oder im Internet erfährt, sondern sucht das Gespräch. Seid aber offen für den Weg, den Eure Tochter wählen möchte: bietet Bücher an (hier gibt es zum Beispiel eine empfehlenswerte Aufklärungsreihe von Hilde Atalanta, die wir in diesem Blog vorstellen werden). Ihr könnt auch Linkadressen teilen oder schlagt Eurer Tochter einen ersten Termin bei einer Frauenärztin vor. Dort kann sie bei einer neutralen Person alle Fragen rund um Verhütung, Sexualität und „das erste Mal“ loswerden, wenn sie nicht mit Euch darüber sprechen mag.

Auch Scheidenpilz gehört thematisiert

Gerade der erste Geschlechtsverkehr ist für Mädchen oft mit gemischten Gefühlen verbunden: Vorfreude und die Angst vor einer ungewollten Schwangerschaft gehen Hand in Hand. Es ist deshalb wichtig, dass Eure Tochter über die verschiedenen Möglichkeiten der Empfängnisverhütung gut Bescheid weiß – am besten schon bevor es für sie aktuell wird. Auch Scheidenpilz-Infektionen gehören thematisiert, da Mädchen in der Pubertät durchaus betroffen sein können.
Kleiner Spoiler: Im Grunde ist alles, was Mama sagt, uncool, überhaupt nicht up to date oder bevormundend. Doch auch wenn Kinder es nie zugeben werden – sie nehmen aus der Familie eine ganze Menge mit ins Leben.

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Mütter sind Vorbilder

Deshalb ist es wichtig, als Mutter selbst ein gutes Vorbild in Sachen Sexualität zu sein. Was aber ist ein gutes Vorbild? Sicher gehört ein entspanntes Verhältnis zum eigenen Körper dazu sowie das Vertrauen auf das eigene Bauchgefühl. Wir merken selbst, ob sich etwas für uns gut anfühlt – oder eben nicht. Das können wir unseren Kindern vorleben. Entscheidend ist außerdem, eigene Bedürfnisse wahr und ernst zu nehmen.
Je mehr Themen besprochen werden, desto mehr lernen Kinder, dass es nichts gibt, was sie nicht fragen können. Das ist besonders wichtig, wenn es sich „untenrum“ – oder sagt Ihr zu Hause korrekterweise Vagina und Vulva? – mal nicht so anfühlt, wie es sollte, wenn sich zum Beispiel ein Scheidenpilz durch Jucken und Brennen bemerkbar macht. Da ist es gut, wenn sich ein lockeres und beruhigendes Mutter-Tochter-Gespräch ergibt: „Schatz, mach Dir keine Sorgen, das Jucken hat gar nichts mit Deiner Hygiene zu tun, sondern einfach nur mit der Hormonumstellung in Deinem Körper. Du gehst zum Gynäkologen und lässt sicherheitshalber die Ursache abklären. Ich tippe aus Erfahrung mal auf eine Pilzinfektion. Die lässt sich aber gut behandeln. Zum Beispiel mit KadeFungin 3, das wir einfach in der Apotheke besorgen können.“
Ganz wichtig: Vermittelt Eurer Tochter, dass Sexualität etwas Schönes ist, das ganz selbstverständlich zu einem genussvollen, weiblichen Leben dazugehören sollte, statt Probleme, Scham und Sorge zu bereiten. Und dass sie jederzeit auf Euch oder einen Gynäkologen zukommen kann, wenn sich der Intimbereich nicht so anfühlt, wie er sollte.

By the way: In ihrem Emmali-Blog gibt Mamacoach Stefanie Wenzlick viele praktische Tipps rund um den Umgang mit Teenies. Lest doch einfach mal rein, wenn Ihr das Gefühl habt, dass ihr gerade mit Eurem Erziehungs-Latein am Ende seid.

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